Schlauch-Peyote mit gerader Perlenanzahl


Das Typische dieser Perlentechnik ist die Flexibilität der Perlen untereinander, der einem Stück Stoff gleichen kann. Diese Weichheit ist besonders angenehm zu tragen. Beide Schlauch-Peyote Varianten eignen sich daher zum Herstellen von Amulett-Taschen, Armbändern oder ohne Verschluß, dünnen Ketten oder ähnlichem. Traditionell wurde dieser Stich von den amerikanischen Indianern für rituelle Gegenstände benutzt. Der Stich hat auch hiervon seinen Namen, denn Peyote ist eine Kaktus-Art, die eine große Rolle in den Zeremonien spielt.

Die Reihen bei Peyote werden diagonal gezählt, deshalb erscheint in den Mustern oft eine diagonale besonders markierte Reihe z.B. mit Punkten. Die Reihen sitzen daher nicht direkt nacheinander, sondern liegen versetzt, was eine gewisse Schwierigkeit bei der Musterbildung ohne Vorgaben ergibt.

Um diesen Stich zu erlernen, empfiehlt es sich, ein Probestück mit mindestens 2 gut kontrastierenden Farben zu arbeiten: z.B. alle geraden Reihen in Blau, die ungeraden in Gelb. Das ergibt ein Streifenmuster.
Arbeite mit moderater und gleichmässiger Fadenspannung.


Befestige eine Stopper-Perle (hier Grün) etwa 15 cm vom Fadenende entfernt. Diese Perle wird nach ein paar Reihen Peyote herausgenommen und das Fadenende vernäht.

Nehme jetzt alle Perlen der ersten beiden Reihen abwechselnd auf. Folge dabei dem Muster von rechts nach links, wenn du Rechtshänder bist, ansonsten von links nach rechts.

Also die erste Perle der 1. Reihe (hier Gelb), dann die erste Perle der 2. Reihe (hier Blau), dann die zweite Perle der 1. Reihe, dann die zweite Perle der 2. Reihe, usw.

 

Gehe jetzt nocheinmal durch die zuerst aufgenommenen beiden Perlen (nicht die Stopper-Perle) in der gleichen Richtung (die zwei ersten Perlen der beiden Reihen) und bilde dadurch einen Kreis.

 

Zu Beginn der 3. Reihe nimm jetzt die nächste Perle auf, die zwischen der 2. und 4. Perle und direkt über der 3. Perle liegt. In unserem Fall ist das Farbe Gelb. Gehe mit der Nadel durch die 4. Perle.
Nimm die nächste Perle auf und gehe durch die 6. Perle.
Wiederhole diese Schritte bis zum Ende der Runde.

Wenn du die letzte Perle der Runde aufgenommen hast, mußt du durch ZWEI Perlen gehen, um zur Anfangsposition in der 4. Reihe zu kommen. Dieser Schritt nennt sich Auf-Schritt, da du mit der Nadel hinauf zur nächsten Reihe gehst. Er wird nur in Peyote-Schläuchen mit gerader Perlenanzahl und nur am Ende einer Reihe gemacht.

Ab jetzt wechseln sich diese beiden letzten Schritte ab, bis du zum Ende deines Musters gekommen bist.

 

Zunehmen und Abnehmen geschieht wie bei den flachen Peyote-Techniken, indem zwei Perlen aufgenommen werden oder keine Perle.



Ich hoffe, die Zeichnungen waren nicht zu sehr verwirrend.
Falls ihr noch Fragen habt, dann schreibt mir eine Mail.

Viel Spass beim Ausprobieren
Gesche Johanna (thyban@gmx.de)

 

 

Der Peyotestich kann außerdem in folgenden Varianten vorkommen, die eigene Anleitungen bekommen: