Ndebele oder Herringbone Technik (Fischgrätmuster) als Schlauch oder Röhre
Diese Technik kommt aus dem südlichen Afrika, genauer gesagt aus Zulu-Land.
Sie kann mit allen Sorten von Perlen gearbeitet werden, Rocailles, Delicas, Stäbchen ...
Diese Technik eignet sich wunderbar für flexible Perlenschläuche wie Ketten oder Armbänder.
Der typische Charakter der paarig-schrägen Perlenstellung zueinander kommt am besten mit Stäbchenperlen zur Geltung und kann zusätzlich mit einer entsprechenden Farbwahl unterstützt werden.
Es können auch Muster gefädelt werden, dabei kann ein Perlenpaar von der gleichen Farbe sein (wie bei einem Strickmuster) oder die Perlen sind von unterschiedlicher Farbe, was kann bei Übergängen nützlich sein .
Hier ist die Beschreibung für Rechtshänder erläutert, aber auf Anfrage gibt es natürlich auch eine Anleitung für Linkshänder.
Mache eine Leiter aus einer geraden Anzahl Perlen, wie beim Anfang vom Ziegelsteinstich (brick stich).
Nach der letzten Perle stichst Du aufwärts wieder durch die erste Perle und verbindest so die Perlen zu einem Ring. Der Arbeitsfaden soll oben herausschauen.
Ab diesem Arbeitsschritt wechselt die Arbeitsrichtung!!
Nun fädle zwei Perlen auf und steche von oben nach unten durch die zweite Perle der ersten Reihe und dann von unten nach oben die dritte Perle der ersten Reihe.Das gleiche machst Du bis zur letzten Perle am Ende der ersten Reihe, dort durch die Perle von oben nach unten durchstechen. Die zweite Reihe ist nun fertig.
Um mit der dritten Reihe beginnen zu können, müssen wir die Nadel erst wieder durch die erste Perle der ersten Reihe und die erste Perle der zweiten Reihe nach oben führen. Dieser Schritt wird allerdings nur beim Wechsel von der zweiten zur dritten Reihe gemacht, später wird der Faden einfach runter-rauf durch die letzte und erste Perle der Reihe geführt (s. Bild).
Diese beiden letzten Schritte werden nun solange wiederholt, bis die Röhre die für dein Projekt ausreichende Länge hat.
Anmerkungen:
Wenn Du für die erste Reihe Stäbchenperlen benutzt, erhältst Du von Anfang an eine stabile Röhre. Wenn Du Rocailleperlen benutzt, dauert es 6 bis 7 Reihen bis die Röhre stabil wird. Die Perlen haben zuerst die Tendenz, nach außen zu stehen wie die Blätter einer Blume, daher empfiehlt sich durchgehend eine ziemlich starke Fadenspannung.
Um mehr Stabilität zu erreichen kann man auch um einen Gegenstand, z.B. um eine Kordel arbeiten, das ist allerdings nicht unbedingt nötig.
Mit einem starken oder doppelten Arbeitsfaden kann auch eine gute Stabilität erreicht werden. Experimente sind also erwünscht.
Mit Stäbchenperlen gearbeitet geht dieser Stich sehr flott von der Hand. Das hat allerdings den Nachteil, daß die Röhre nicht so biegsam ist, also für Armbänder, die stark gebogen werden müssen, besser nur kurze Stäbchen (3-4mm) oder nur Rocailleperlen verwenden. Halsketten werden nicht so stark gekrümmt.
Du kannst die Röhre mit einem Verschluß deiner Wahl versehen (Federring, Karabinerhaken, Perlenkappe, Schlaufe und große Perle) oder einfach zusammennähen.
Hat euch diese Perlentechnik gefallen?
Habt ihr Fragen zu dieser Anleitung oder wollt ihr mehr über Ndebele wissen, dann schreibt mir eine Mail.
Viel Spass beim Ausprobieren!
Gesche Johanna (thyban@gmx.de)